Albania

Damit selbstständige Gemeinden entstehen

April 30, 2019

Albanien ist ein wunderschönes Land mit einer turbulenten Geschichte, das sich nach dem Fall des Kommunismus Anfang der 1990er-Jahre öffnete. Viele christliche Missionare kamen in das damals atheistische Land, um Gemeinden zu gründen. Auch OM-Teams begannen ab November 1991 einige Gemeinden zu gründen, die heute Albaner selbstständig leiten.

Von den rund drei Millionen Einwohnern Albaniens sind gut 60 Prozent muslimisch, zehn Prozent katholisch, sieben Prozent orthodox und 0,6 Prozent evangelikal. Heute arbeiten zehn OM-Mitarbeiter im Bereich Gemeindegründung und -entwicklung an sechs verschiedenen Orten. Ihr Ziel ist es, einheimisch geführte Gemeinden zu gründen oder zu unterstützen, insbesondere in den Gebieten Albaniens, in denen die wenigsten Menschen von Jesus wissen.

Albaner befähigen, Leitung zu übernehmen

Eine dieser Regionen mit 60 000 Einwohnern liegt ganz im Norden Albaniens bei der Stadt Shkodër, wo es bisher keine evangelikale Gemeinde gab. Dorthin zogen die OM-Mitarbeiter Mauricio und Adriana A. (Costa Rica/Mexiko), um dort gemeinsam mit einer Kirche aus Shkodër eine Gemeinde zu gründen. Bei Hausbesuchen im größten Ort des Gebietes fiel ihnen die extreme Armut einiger Menschen auf. Mauricio A. traf sich mit dem Verantwortlichen für Sozialarbeit. Dieser bat ihn, arme Familien in der Gegend zu besuchen. So trafen die Mitarbeiter zehn Familien und überreichte ihnen Lebensmittelpakete. „Dabei halfen wir auch Moza*, einer verarmten Witwe“, berichtet Mauricio A.„Wir kauften für sie Möbel und halfen bei der Reinigung sowie Hausreparaturen. Als wir damit begannen, fing der Bürgermeister an, Menschen aus dem Dorf zu gewinnen, die Mozas Dach reparierten.“

Das Team begann ein Kinderprogramm, um darüber ganze Familien zu erreichen. Auch führen sie die Hausbesuche fort und bald wollen sie Englisch unterrichten, um in Kontakt mit jungen Menschen zu kommen. Mauricio A. hat gesehen, wie Gott im Leben der Kinder wirkt. „Redi*, ein zehnjähriger Junge mit muslimischem Hintergrund, verhielt sich beim ersten Besuch des Kinderprogramms nicht so gut“, erzählt er. „Aber jetzt versucht er, das zu tun, um das wir ihn bitten. Er singt, betet und ist sehr aufmerksam, wenn wir biblische Geschichten erzählen. Er ist auf dem Weg, ein Jesus-Nachfolger zu werden!“

Mauricio und Adriana A. glauben, dass ihre Hauptaufgabe als Gemeindegründer darin besteht, die Einheimischen zu befähigen, damit sie die Leitung übernehmen können. Inzwischen gibt es vier Menschen aus der Kirche in Shkodër, die regelmäßig helfen. Einige von ihnen verantworten das Kinderprogramm eigenverantworlich – neben ihrer normalen Arbeit.

Übers Nähen Jesus kennenlernen

Erna N., eine langjährige paraguayische Missionarin in Albanien, hat das Herz einer Evangelistin sowie ausgeprägte Nähfertigkeiten. Seit über 18 Jahren leitet sie evangelistische Nähkurse in Albanien und hat erlebt, wie sich das Leben von Frauen verändert hat. Sie liebt es, die Entwicklung einheimischer Gemeinden zu unterstützen, indem sie Frauen ganzheitlich hilft. Denn viele von ihnen kämpfen wirtschaftlich und geistlich und sie kennen Jesus nicht.

Pro Jahr führt Erna N. zwei Nähkurse durch. Zusammen mit ihrer Helferin Mira* unterrichtet sie zweimal pro Woche. Freitags unterbrechen sie vor Ende des Kurses das Nähen und studieren gemeinsam die Bibel. Der letzte Nähkurs begann im September 2018 in einem Dorf, in dem das OM-Team den einheimischen Pastor unterstützt. Dieser Kurs war nicht sehr bekannt, aber zu Ernas Freude nahmen acht Frauen daran teil. Seit dem ersten Bibelstudium stellten die Frauen ganz offen Fragen zur Bibel und zu Jesus. „Im Oktober erzählten Mira und ich den Frauen, wie sie eine persönliche Beziehung zu Jesus haben können, und ich fragte sie, ob eine von ihnen bereit sei, ihr Leben Jesus zu geben“, berichtet Erna N.. „Nachdem ich gebetet hatte, sagten alle acht Frauen, dass sie mitgebetet und ihr Leben Christus gegeben hätten!“

Der Kurs endete im Januar 2019. Erna und Mira werden die Frauen weiter in der Jüngerschaft begleiten und sich mit ihnen wöchentlich zum Bibelstudium treffen. Damit diese Frauen geistlich wachsen und ein Zeugnis für ihre Familien sind.