Albania

Vom unruhigen Teenager zum begeisterten Nachfolger

June 18, 2019

Bei einem ihrer ersten Jugendtreffen in Albanien lernte Saskia Elira* kennen.

Saskia aus Deutschland war damals neu bei OM Albanien und arbeitete in der Stadt Lushnjë mit der Roma- und Sintigemeinschaft. Unter dieser gesellschaftlichen Randgruppe arbeitet OM Albanien seit über 15 Jahren. Die Mitarbeiter führen Kinderklubs, Bibelstudien, und Hausbesuchen durch, geben materieller Hilfe weiter und Unterstützung für die Schulbildung. Außerdem ist das Veranstalten von Jugendtreffen, bei denen Saskia teilnahm, ein Teil der Arbeit. Saskia, für die alles und jeder noch neu war, erlebte die 16-jährige Elira auffallend.

Elira lebte bei ihrer Großmutter und war ein unruhiges Mädchen. Nach einiger Zeit verließ Elira einfach Lushnjë. Das OM-Team wusste nicht, wohin sie gegangen war, und hörte verschiedene Geschichten über ihren Aufenthaltsort. Schließlich fanden sie heraus, dass sie mit ihrer Mutter in Durrës, einer Stadt an der albanischen Küste, in einer Fabrik arbeitete.

Dies schien weit von ihrem Traum einer Ausbildung entfernt zu sein. Mit elf Jahren hatte Elira diesen Christine, der Leiterin der Arbeit unter den Roma und Sinti, erzählt: „Ich möchte zur Universität gehen. Meine Familie möchte das auch!“

Christine betete dann: „Gott, solange ich in Albanien bin, möchte ich diesem Mädchen helfen, dieses Ziel zu erreichen." Erstaunlicherweise konnten die OM-Mitarbeiter in Durrës Elira mit einer Schule vor Ort in Kontakt bringen, Elira gab aber nach kurzer Zeit auf.

In Lushnjë gründete Saskia kurz vor dem Winter eine Jüngerschaftsgruppe mit einigen der Mädchen aus der Jugendgruppe. Sie hatte ein besonderes Interesse daran, ein Mädchen namens Kristina* in Jüngerschaft zu unterweisen. Zufällig ist Kristina Eliras Schwester. Saskia fragte Kristina und ein anderes Mädchen, ob sie daran interessiert seien, Teil dieser Jüngerschaftsgruppe zu sein. Beide stimmten zu. Allerdings hatten beide Schwestern, die auch noch mit zur Gruppe kommen sollten. Zu diesem Zeitpunkt war Elira nach ihrem gescheiterten Versuch, in Durrës zur Schule zu gehen, wieder nach Lushnjë zurückgekehrt. Später kam noch ein fünftes Mädchen zu der Gruppe dazu.

Saskia leitete die Jüngerschaftsgruppe der Mädchen. Gemeinsam lasen sie das Johannesevangelium und Saskia war überrascht, wie viel Elira insbesondere über die Bibel wusste. Saskia genoss es, Gespräche mit den Mädchen zu führen und sie im Glauben wachsen zu sehen.

Doch schon bald wurde die Gruppe kleiner. Kristina verlobte sich und durfte nicht mehr an den Treffen teilnehmen. Zwei weitere Mädchen verloren das Interesse, und später verlobte sich auch das vierte Mädchen und zog nach Griechenland. Nur Elira war noch bereit und in der Lage, an der Jüngerschaftsgruppe teilzunehmen.

„Es brach mir das Herz zu sehen, dass die Mädchen das Interesse verloren und unsere Gruppe verließen", erinnert sich Saskia. „Ich war mir wirklich nicht sicher, ob ich die Jüngerschaftsgruppe nach der Sommerpause überhaupt weiterführen möchte. Es war nicht mehr viel von der Gruppe übrig." Saskia erhielt jedoch Ermutigung von Gott und beschloss, die Treffen fortzusetzen und sich auf Elira zu konzentrieren.

Zur Freude von Saskia beschloss Elira, im September 2018 wieder zur Schule zu gehen. Zu dieser Zeit begann Elira auch, eine neugegründete Gemeinde zu besuchen, und wurde getauft. Saskia und Elira begannen im Oktober wieder mit ihren Treffen und Elira kam jede Woche mit ihrer Bibel und ihrem Notizbuch in der Hand und dem Wunsch, Gott mehr in ihrem Herzen kennenzulernen.

Saskia hat mittlerweile ihre Arbeit bei OM beendet. Sie fühlt sich aber privilegiert, dass sie Elira begleiten durfte. Es erstaunt sie, wie Gott Elira in den wenigen Jahren veränderte – von einem unruhigen Teenager zu einem begeisterten Nachfolger Jesu!

Bitte beten Sie, dass Elira im Glauben weiterwächst. Beten Sie auch für die anderen Mädchen, die Teil von Saskias Jüngerschaftsgruppe waren, dass Gott ihre erste Priorität sein wird (eines von ihnen wurde zur gleichen Zeit wie Elira getauft!).