Jamaica

Die Wahrheit über Aids

July 25, 2017

Das Hoffnungs-Hospiz ist das Zuhause von 16 Männern und Frauen, die mit Aids leben. Nach Jahren mit dem HI-Virus brauchen die Patienten Pflege von geschultem Personal. Für deren Weiterbildung engagierte die Heimverwaltung ein Team der Logos Hope für Schulungseinheiten dazu, wie eine christlichen Reaktion auf Aids aussehen kann.

Dr. Silke Arthasana aus Deutschland leitete das Pflegepersonal in einer interaktiven Übung mit dem Titel “Wenn die Realität zuschlägt” an. Dabei sollten die Teilnehmer sich überlegen, wie in einer ganzen Reihe von Situationen reagieren würden oder wie sie sich wünschten, dass andere reagieren. So sollten sie sich etwa vorstellen, sie müssten jemandem sagen, dass sie selbst HI-positiv wären, oder sie hörten, dass ein guter Freund von ihnen diese Diagnose bekommen hat. Durch diese Rollenspiele, konnten die Teilnehmer reflektieren, wie sie spontan reagieren und was das über sie aussagt.

Ben Jones aus Großbritannien erklärte, dass unsere Weltanschauung stark beeinflusst, wie wir verschiedene Situationen bewerten und auf sie reagieren. Er bat das Pflegepersonal, sich darüber auszutauschen, was eine christliche Weltanschauung ausmacht. „Manche Christen betrachten einen Menschen mit dem HI-Virus gleich als einen Ehebrecher, der eine Affäre hatte und jetzt für seine Sünde bestraft wird“, sagte eine Frau, worauf sich gleich weitere Teilnehmer meldeten, denen wichtig war, dass nicht alle Christen so denken.

„Ich denke, wenn wir uns auf Gott und seine Liebe konzentrieren und dann Menschen mit dem HI-Virus und Aids sehen, haben wir mehr Mitgefühl mit ihnen“, sagte eine andere Frau.

Es ermutigte die Teammitglieder, dass es in mehreren Schulen und Kirchen in Montego Bay Aids-Schulungen gibt und sich Menschen dort auf das Virus testen lassen können. Während sich Teilnehmer und Schulungsleiter einig waren, dass es mit einem Stigma verbunden ist, wenn man sich auf das HI-Virus testen lässt, und erst recht, wenn man ein positives Ergebnis bekommt, waren sich doch alle einig, dass dieses lebensbedrohliche Virus nur gestoppt werden kann, wenn man darüber offen redet und die Wahrheit über HIV und Aids ans Licht bringt.

„Wir haben hier viel gelernt“, meinte Icyline Chambers, eine Mitarbeiterin im Hospiz. „Das war ein guter Auffrischungskurs für uns.“