Panama

Freiheit finden

September 07, 2018

„Wir beschlossen, dass wir den Frauen zeigen, wie sie einen Schmetterling nähen können“, berichtete Laura Rawson aus Großbritannien, die einen zweitägigen Nähworkshop für junge alleinstehende Mütter anbot. Sie erklärte: „Wenn sich eine Raupe in einen Schmetterling verwandelt, muss der sich durch den Kokon kämpfen, bevor er frei ist und losfliegen kann. Dabei pumpt er sein Blut in die Flügel und kräftigt sie, indem er gegen den Kokon schlägt. Wenn der Schmetterling den Kokon zerreißt, ist er stark genug und kann fliegen. Trennt man den Kokon für den Schmetterling auf, kann dieser das Blut nicht in die Flügel pumpen und wird nie losfliegen.“

Laura hatte das Gefühl, dass die Situation der Frauen sehr der des Schmetterlings ähnelte. „Ihr Leben ist ein Kampf, doch das kann zu etwas Gutem führen“, sagte sie. Laura und ihr Team von der Logos Hope brachten mehr als zwölf Frauen bei, wie sie mit der Maschine nähen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen können.

Die meisten davon waren alleinstehende Mütter zwischen 14 und 21 Jahren, die aus einer armen Region in Panama kamen, in der Banden und Gewalt zum Alltag gehören. Eine Frau namens Leylis reiste für den Workshop über eine große Distanz an und war sehr motiviert zum Lernen. Sie kam als Erste herein und wollte sofort mit dem Nähen loslegen.

Eine Gruppe von Stammesfrauen war auch dabei. Sie erklärten den Schiffsmitarbeiterinnen, dass es in ihrer Kultur eine Entscheidung der Eltern ist, ob ihre Tochter eine Schulbildung bekommt. Entscheiden sich die Eltern dagegen, bekommt das Mädchen einen Nasenring, damit ihr Status für alle sichtbar ist. Der Nähworkshop war somit eine wertvolle Möglichkeit für die jungen Frauen, die alle einen Ring in ihrer Nase hatten.

„Es hat uns sehr gefreut, wie motiviert und begeistert diese Frauen waren, während sie die Handarbeiten machten und an den Maschinen übten“, berichtete Karla Aguirre aus Mexiko. „Eine der Frauen wollte schon immer eine Tasche nähen können. Sie war sehr bewegt und dankte uns in ihrer Muttersprache. Wir wollten ihnen einfache Projekte beibringen, die sie an ihre Kultur anpassen können, so dass sie später ihre eigenen Handarbeiten verkaufen können“, erklärte Karla.

Während sie zusammenarbeiteten, hörten sich die Schiffsmitarbeiterinnen die Geschichten der Frauen an und konnten mit ihnen mitfühlen und sie unterstützen. Zum Abschluss des Workshops spendete das Team von der Logos Hope der Gruppe vor Ort zwei Nähmaschinen und gab auch Leylis eine Nähmaschine mit, so dass sie diese zuhause nutzen kann.