Near East

Hilfe für Witwen

April 28, 2020

„Als unsere Gemeinde die bevorstehende Veranstaltung zum Muttertag aufgrund der landesweiten Quarantäne absagte, bat mich ein Gemeindemitglied, eine Witwe zu besuchen, die eigentlich an dieser Veranstaltung teilnehmen wollte“, erzählt Azim*.

Azim ist ein einheimischer OM-Mitarbeiter in einem mehrheitlich muslimischen Land. Dessen Regierung hat zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus eine landesweite Hausquarantäne verordnet.

Als Azim diese Frau besuchte, bemerkte er, dass es in diesem Wohnviertel noch 14 weitere verwitwete Frauen im Alter zwischen 60 und 75 Jahren gibt, die ähnliche Probleme – wenig Geld und keine familiäre Unterstützung – haben. Da alle Geschäfte einschließlich der Supermärkte während der zweiwöchigen Quarantäne geschlossen sind, legten Azim und einige seiner Freunde ihr Geld zusammen. So konnten sie acht der Witwen mit Lebensmitteln versorgen.

„Diese Witwen sind ältere Frauen, die alle zur Risikogruppe gehören und nicht genug Geld haben, um Lebensmittel für einen Tag zu kaufen, ganz zu schweigen von zwei Wochen", erklärt Azim. Die Witwen leben in Isolation und haben in diesen Zeiten der Ungewissheit Angst, zumal sie von ihrer Familie und ihren Nachbarn vernachlässigt werden. „Viele der Witwen erzählten mir, dass sie immer noch trauern und sich seit dem Verlust ihres Mannes deprimiert fühlen. Sie fragen sich, warum ihre Kinder, für deren Erziehung sie ihr Leben gegeben haben, sie verlassen haben und sich jetzt, wo sie sie am meisten brauchen, nicht um sie sorgen", sagt er.

Azim gibt zu, dass – obwohl er weiß, dass es in seinem Land üblich ist, dass Witwen unter Verlassenheit und Armut leiden – Gott ihm die Schwere der Situation erst direkt vor Augen führen musste. „Gott hat mir gezeigt, dass wir diese Witwen nicht nur während dieser Zeit des Coronavirus unterstützen müssen, sondern dass wir sie langfristig unterstützen sollen.“

Die Begegnung inspirierte ihn, in seiner Gemeinde die Entwicklung von Programmen zur Deckung der sozialen und finanziellen Bedürfnisse der Witwen anzustoßen: „Wir wollen helfen, sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen das Gefühl geben, geliebt zu werden und nicht vergessen zu werden. Dies ist eine wunderbare Gelegenheit, ihnen praktisch die Liebe Christi weiterzugeben."

*Name geändert