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Aus der Mannschaft: Gott ist mit seinem Kind aus Haiti

July 24, 2020

Izzy Alexandre aus Haiti kam in einer Familie mit acht Kindern zur Welt. Ihre Eltern hatten weder die Mittel noch die Möglichkeit, sich um alle zu kümmern, und so brachten sie Izzy und ihre große Schwester ins Waisenhaus, als Izzy sechs war. Auch in diesem neuen Zuhause bekam Izzy nicht die Aufmerksamkeit, die sie brauchte, weil sehr viele Kinder versorgt werden mussten. Das Heim wurde von Christen geleitet und dort hörte Izzy von Jesus. Sie lud ihn in ihr Leben ein und erlebte zum ersten Mal, dass jemand wirklich für sie da war. „Ich spürte, dass da endlich jemand in meinem Leben ist, dem ich wirklich wichtig bin, und Gott wurde mein bester Freund“, erinnert sie sich.

In diesem Waisenhaus blieb Izzy bis sie 21 war, nie verließ sie das Gelände. Über diese Zeit berichtet sie: „Ich lebte in einer Blase und wusste nicht, wie das Leben draußen ist. Zum Beispiel hatte ich noch nie etwas in einem Laden eingekauft.“ Eine dramatische Veränderung brachte das schwere Erdbeben, das 2010 Haiti verwüstete. Auch das Kinderheim war betroffen. „Von einem Moment zum nächsten war alles, was ich kannte, nicht mehr da“, berichtet sie. Doch selbst im Trauma fühlte sie sich von Gott beschützt. „In dem Moment, in dem ich das Gebäude verließ und meinen ersten Schritt nach draußen machte, stürzte hinter mir das ganze Gebäude zusammen. Die meisten Mädchen im Waisenhaus wurden schwer verletzt und zwei Mitarbeiter und fünf Kinder – gute Freunde von mir – starben. Das war die schwerste Zeit in meinem Leben. Doch es war auch ein Wunder, dass die meisten Kinder überlebten.“

Damit hatte Izzy all ihr Hab und Gut verloren und lebte die nächsten Monate in einem Zelt. Sie musste sich anpassen und beschreibt das als eine Zeit, in der sie selbstbewusst und zielstrebig wurde. „Vor dieser Tragödie war ich sehr introvertiert, aber plötzlich setzte ich mich für andere ein. Da ich eine der ältesten im Waisenhaus war, ermutigte ich die jüngeren Kinder dazu, dass sie nicht aufgeben. Als nach dem Erdbeben Katastrophenhelfer aus anderen Ländern kamen, sorgte ich dafür, dass sie die Überlebenden medizinisch versorgen konnten und dolmetschte für sie.“

Dann fand Izzy eine Arbeit in einem Gästehaus für internationale Helfer beim Wiederaufbau. 2017 war sie an einem Sonntagmorgen zu früh am Flughafen, wo sie neue Gäste abholen sollte. Sie überbrückte die Wartezeit und ging in eine Kirche, in der Mitarbeiter von der Logos Hope über ihre Arbeit berichteten und um Helfer vor Ort warben. Izzy sagt: „Sobald ich das hörte wusste ich: Das will ich machen.“ So wurde sie Hafenhelferin beim Schiffsbesuch in Port-au-Prince.

Nach ihrer ersten Erfahrung mit der Schiffsmannschaft hielt es Izzy für unmöglich, dass sie genügend Spenden für eine vollzeitliche Mitarbeit zusammenbekommt. Doch dann erzählte sie den Gästen im Gästehaus davon. „Ich war immer noch ganz erfüllt von der geistlichen Not der Menschen, die ich bei meiner Arbeit mit der Logos Hope in meinem eigenen Land erlebt hatte.“ Schließlich wollten Gäste und sogar die Organisation, die das Gästehaus betreibt, Izzy finanziell unterstützen, so dass sie 2018 aufs Schiff gehen konnte.

Izzy beschreibt, was Gott ihr bedeutet: „Er ist mein Vater, der immer für mich gesorgt, mich beschützt und mir einen Weg gezeigt hat.“ Während ihrer Mitarbeit an Bord konnte sie ihre Beziehung zu Gott weiter vertiefen, sich auf sein Wort konzentrieren und Zeit allein mit ihm verbringen. Sie staunt immer noch darüber, dass das kleine Mädchen aus dem Waisenhaus in der Mission gelandet ist, auf einem Schiff um die Welt fährt und die gute Nachricht weitergibt.

Ihre Zeit auf der Logos Hope endet bald und Izzy will Gott weiter dienen: Zunächst geht sie mit der Organisation, die in Haiti ihr Waisenhaus betrieb, zu einem Kurzeinsatz nach Deutschland.